Bitte nehmen Sie Ihren gebuchten Termin im Einwohnermeldeamt wahr oder stornieren Sie diesen rechtzeitig. Frei werdende Termine werden veröffentlicht.
Es lohnt sich deshalb, regelmäßig in den Terminkalender zu schauen.

Wie funktioniert unser Klimasystem? Klimawandel - Teil 1

Im Mai 2019 ist wieder das komplexe Klimasystem Thema in der Amtsblatt-Rubrik Umwelt- & Klimaschutz im Alltag. Um Umwelt und Klima zu schützen, ist es wichtig Zusammenhänge zu verstehen. Nur so ist nachzuvollziehen welchen Einfluss (un-)bewusstes Handeln haben kann. Auf Grund der Komplexität des Klimasystems gab es zu diesem Thema bereits mehrere Artikel zu der Rolle von Atmosphäre, Ozeanen und Polarregionen im Klimasystem. In kommenden Artikeln wird es darum gehen, wie sich das Klimasystem im Klimawandel verändert und welchen Einfluss menschliches Handeln daran hat.

Der natürliche Treibhauseffekt führt dazu, dass auf der Erde im Durchschnitt angenehme +14°C herrschen. Durch menschliches Handeln erhöht sich die Treibhausgaskonzentration (Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas) in der Erdatmosphäre. Die Quellen der erhöhten Kohlenstoffemissionen sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Erdöl, Kohle, Erdgas), die Zementproduktion sowie Landnutzungsänderungen. Zu Letzterem trägt vor allem die Entwaldung (vermehrt von Tropenwäldern) bei, um Straßen zu bauen, Weideland zu erschließen, Holz zu gewinnen oder Ölpalmen, Bananen, Soja und Kaffee für den Verkauf anzubauen. Methanemissionen stammen vor allem aus der Viehhaltung, der Zersetzung von Abfall auf Mülldeponien, dem Nassreisanbau (bei dem durch die ständige Überschwemmung Zersetzungsprozesse in Gang gebracht werden), der Verbrennung von Biomasse, der Herstellung von Biokraftstoff und der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Lachgas ist eine Stickstoffverbindung. Daher stammen die meisten Lachgasemissionen aus der landwirtschaftlichen Düngung, bei der die Stickstoff-Verbindungen des Düngers durch Bakterien zersetzt werden und Lachgas freigesetzt wird. Weitere Quellen der Lachgasemissionen sind die Ausscheidungen von Nutztieren, die Verbrennung von Biomasse bzw. Biokraftstoff und die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Diese allgemeine Erhöhung der Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre verstärkt den Treibhauseffekt. In der Folge wird mehr Wärme an die Erde zurück gestrahlt und weniger Wärme an die freie Atmosphäre abgegeben. Dadurch wiederum steigt die bodennahe Lufttemperatur erheblich an. Die Verstärkung des Treibhauseffektes entsteht aber nicht nur durch die erhöhte Konzentration der Treibhausgase, sondern auch durch deren Verweildauer in der Erdatmosphäre. Kohlenstoffdioxid kann bis zu 1.000.000 Jahre in der Atmosphäre verweilen, Lachgas 121 Jahre und Methan etwa 12 Jahre bis sie durch natürliche chemische oder physikalische Prozesse aus der Atmosphäre abgebaut werden. Auch wenn die Verweilzeiten der beiden letzten genannten Gase relativ gering sind, ist deren Erwärmungspotential durch deren chemische Eigenschaften um ein Vielfaches höher als das von Kohlenstoffdioxid. Dies bedeutet, das heute ausgestoßene Methan erwärmt das Klima im Laufe der nächsten 100 Jahre etwa 28 mal stärker als die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid. Dennoch ist Kohlenstoffdioxid deshalb nicht ungefährlicher oder unwichtiger, denn dessen Anteil an den Treibhausgasemissionen ist am Größten. Treibhausgase gelangen aber nicht ausschließlich in die Atmosphäre. Sie gelangen auch in die Ozeane und beeinflussen deren natürliche Pufferfunktion. Die Ozeane nehmen einen erheblichen Teil der menschengemachten Treibhausgase auf. Da sich Gase in warmen Flüssigkeiten aber schlechter lösen als in kalten, sinkt mit zunehmender Erwärmung der Ozeane auch deren Kapazität der Aufnahme von Gasen. Je wärmer der Ozean außerdem ist, desto mehr Wasser verdunstet und Wasserdampf wird frei. Gleichzeitig gilt, je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Dies nennt sich der positive Wasserdampf-Rückkopplungs-Effekt. Der aus den Ozeanen freigesetzte Wasserdampf verbleibt dann mit gleicher Wirkung wie andere Treibhausgase in der Erdatmosphäre. Hinzu kommt außerdem, dass die Aufnahme von Treibhausgasen den Sauerstoffgehalt im Ozean senkt und die Ozean-Organismen in lebensbedrohlichen Stress versetzt.

Eine Fortsetzung dessen wie sich das Klimasystem verändert und welche Folgen dies hat, wird in weiteren, zukünftigen Artikeln erklärt.

Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite besser zu machen. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Mit der Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.