Wörther Kulturherbst 2022

FR | 14. Oktober 2022 | 19:30 Uhr | Festhalle Wörth

Karneval - Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Programm:

Antonín Dvorák Karneval. Konzertouvertüre A-Dur, op. 92
Nikolai Kapustin Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1, op. 85
Antonín Dvorák Sinfonie Nr. 7 d-Moll, op. 70


Clemens Schuldt (Dirigent)
Eckart Runge (Violoncello)


Antonín Dvořák brachte den tschechischen Nationalstil in der Musik zu europäischer und schließlich zu Weltbedeutung. Eines seiner am häufigsten aufgeführten Orchesterwerke ist die Konzertouvertüre Karneval in A-Dur op. 92, was vermutlich daran liegt, dass es am meisten dem klischeehaften Dvořák-Bild entspricht und den so populären slawischen Tänzen ähnelt. Im April 1892, kurz bevor Dvořák im September nach Amerika aufbrach, um in New York das dortige Konservatorium zu leiten, brachte er die Ouvertüre im Prager Rudolfinum zur Uraufführung – es wurde ein fulminantes Abschiedskonzert und besonders der spritzige Karneval erfreute sich bald schon großer Popularität. „Der Karneval vermengt das geheiligte mit dem Profanen, das Hohe mit dem Niedrigen, das Große mit dem Winzigen, das Weise mit dem Törichten“, so beschreibt der russische Literaturwissenschaftler und Kunsttheoretiker Michail Bachtin das Karnevaleske und so klingt auch Dvořáks Musik: ein fröhliches, ausgelassenes Treiben, dem man sich als Hörer von Beginn an kaum entziehen kann. Äußerst schwungvoll ist auch das Cellokonzert Nr. 1 von Nikolai Kapustin. Der ukrainische Komponist hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp auf klassischen Konzertbühnen entwickelt. Die jazzig groovigen Sounds ergänzen den sinfonischen Farbenreichtum der Kompositionen von Antonín Dvořák.

Tickets sind hier erhältlich.

Fr | 28. Oktober 2022 | 19:30 Uhr | Festhalle Wörth

Hair – The American Tribal Love-Rock Musical

Von Galt MacDermot

Buch und Liedtexte von Gerome Ragni & James Rado
Deutsche Liedtexte von Walter Brandin
Deutsch von Nico Rabenald
Am Broadway produziert von Michael Butler
Eine Produktion der Hamburger Kammerspiele

USA, Ende der 60er Jahre: in Vietnam herrscht Krieg, wehrpflichtige Amerikaner werden eingezogen, junge Menschen (heute nennen wir sie Hippies) protestieren und suchen abseits etablierter Bürgerlichkeit und in Opposition zum Staatsapparat nach einem anderen, friedvolleren Leben ohne Krieg, Gewalt und Rassismus. Vor diesem Hintergrund entsteht das Musical HAIR und wird zum Kult: der Traum von einem neuen Zeitalter. Hier und heute herrscht eine große Sehnsucht nach Menschlichkeit und Natur, nach Besinnung auf Werte und menschliche Normalität, nach einer besseren Welt.

Rassismus, Sexismus, Klimakrise und der Umgang mit Minderheiten in unserer Gesellschaft sind aktuelle Themen wie eh – und zusätzlich haben wir mit einer Pandemie zu kämpfen. Was macht das mit den Beziehungen der Menschen untereinander? Wie gehen wir mit den Konsequenzen unserer Entscheidungen um?

Vor allem aber ist HAIR damals wie heute ein Happening voller Lebensbejahung und Aufbruchsstimmung – und Musik! Die Lieder unterstreichen ein Lebensgefühl, sie stellen Fragen – und regen zum Tanzen an! Sehnsucht und Rebellion, freie Liebe, Flower-Power und Auflehnung gegen jede Form von Krieg, das ist HAIR. - „Let the sunshine in!“

Tickets sind hier erhältlich.


FR | 04. November 2022 | 19:30 Uhr | Festhalle Wörth

GOTT
Schauspiel von Ferdinand von Schirach

EURO-STUDIO Landgraf

Mit Ernst Wilhelm Lenik, Klaus Mikoleit, Karin Boyd, Christian Meyer, Wolfgang Seidenberg, Martin Molitor, Susanne Theil, Patricia Schäfer

Unser Tod soll nicht erschrecken, er soll andere nicht behelligen, er soll selbstbestimmt und friedlich sein. Können wir diese Entscheidung für uns treffen und auf Beistand hoffen? Also: Wahltod statt Qualtod? Bis vor Kurzem war dies nach geltendem deutschem Recht nicht möglich. Paragraf 217 des Strafgesetzbuches vom Dezember 2015 verbot die »geschäftsmäßige Förderung« von Suizid. Dagegen hatten Ärzte, Privatpersonen,Sterbeorganisationen, Pfleger und Rechtsanwälte Verfassungsbeschwerde eingelegt. Das Verbot – so die Beschwerdeführer – verletze ihre Grundrechte. Denn wenn der Staat Sterbehilfe verbiete, so verwehre er das Recht auf selbst bestimmtes Sterben. Am 26. Februar 2020 hat das Verfassungsgericht dieses Verbot nun für verfassungswidrig erklärt. Doch was bedeutet das für unsere Zukunft? Wie wird der Gesetzgeber handeln, um die Suizidhilfe mit Erlaubnisvorbehalten, Aufklärungs- und Wartepflichten etc. zu regulieren? Und: Ist das Ganze überhaupt wünschenswert, ethisch vertretbar und zukunftsweisend — oder treten wir damit eine Lawine los, deren Ausmaße wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht absehen können…? 

In seinem zweiten Theaterstück widmet sich Ferdinand von Schirach erneut einem Thema von höchster gesellschaftspolitischer Relevanz. „Gott“ stellt Fragen, die die menschliche Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung betreffen. Fragen, die im Spannungsfeld von Moral, Christentum und Politik seit Jahren unterschiedlich und leidenschaftlich diskutiert werden. Wie schon in „Terror“ muss der Zuschauer seine moralischen Wertvorstellungen im Hinblick auf die im Grundgesetz garantierte Würde des Menschen und die Verantwortung jedes einzelnen für jeden einzelnen überprüfen. „Gott“ will eine Debatte anstoßen, die der Gesetzgeber und die Gesellschaft öffentlich führen müssen.

Tickets sind hier erhältlich.


So | 27. November 2022 | 18:00 Uhr | Festhalle Wörth

"Ein Mann im Schnee - WEIHNACHTEN MIT ERICH KÄSTNER"

MIT WALTER SITTLER & DIE SEXTANTEN 

Eine sagas.ensemble Produktion

„Komm mir ja nicht ohne die Weihnachtsgeschichte nach Hause!“, ruft Mutter Kästner ihrem Sohn nach, als der junge Erfolgsautor am Dresdner Bahnhof aufbricht gen Süden, zur Zugspitze, in der Hoffnung, dort endlich eine Geschichte zu Papier zu bringen, die im Winter spielt. Da sitzt er nun auf der blumenbedeckten Wiese mitten im Hochsommer, der spätere Autor weltberühmter Wintergeschichten wie „Das Fliegende Klassenzimmer“ oder „Drei Männer im Schnee“ und lässt sich beim Blick auf die schneebedeckten Gipfel inspirieren. Leise rieselt dann der Schnee, in den Bergen stürzen die Skifahrer und in Berlin die Passanten auf eisglatten Gehsteigen.  Fröhlich und ironisch geht es zu im ersten Teil dieser Wintergeschichte, die in den ausgelassenen späten 1920er Jahren spielt. Fünfzehn Jahre später, im zweiten Teil des Stücks, findet sich der Autor in einem zugigen, ausgebombten Zimmer im München des Hungerwinters 1945 wieder. In letzter Minute dem Bombenhagel in Berlin entkommen, ist er hier gelandet, reflektiert Vergangenes und schaut nach vorn. 
Dieses Kästner-Programm ist eine in sich abgeschlossene Erzählung, die Geschichte eines Mannes, dessen Gedanken und Erlebnisse sich zu einer Winterreise fügen, beginnend in den 1920ern bis zum Silvesterabend 1945. Und Erich Kästner wäre nicht der Dichter, als der er geliebt und geschätzt wird, würde er das Sujet „Weihnachten“ nicht nutzen, um dabei seinen analytischen Blick auf die Zeit und den Menschen zu richten, ein humorvoller Beobachter und  scharfzüngiger  Mahner von nicht zu bremsender Aktualität.  Nach den großen Erfolgen ihrer beider Kästner-Stücke "Als ich ein kleiner Junge war" und "Prost Onkel Erich!" haben Martin Mühleis und Libor Síma auf Bitten vieler Veranstalter für Walter Sittler & Die Sextanten jetzt ein drittes Kästner-Programm erarbeitet.Und das soll eine Weihnachtsgeschichte sein?  Oh ja! Keine, die von Kitsch trieft, aber eine, die von Krieg und Frieden erzählt, von Liebe und Demut und davon, wie die Menschen miteinander umgehen könnten, wenn sie nur wollten. Eine Weihnachtsgeschichte, die von den Grundfragen des Menschseins handelt. Und typisch Kästner: Melancholische und ironische Momente wechseln sich ab,  eine Melange aus Humor und Nachdenklichkeit. Libor Síma hat für die außergewöhnliche Besetzung der Sextanten die Bühnenmusik komponiert und darüber hinaus einige der schönsten europäischen Weihnachtslieder neu arrangiert.

Tickets sind hier erhältlich.


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