Die Schultoiletten werden regelmäßig gereinigt, trotzdem ist die Sauberkeit der Schultoiletten an allen Grundschulen im Stadtgebiet – und sicher nicht nur hier - ein wiederkehrendes Thema. Und meist kein erfreuliches. Ob Urin neben dem Becken, Kothaufen auf dem Toilettenboden oder Toilettenpapier in den Becken, alle Verschmutzungen betreffen nicht nur die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und die Lehrkräfte. Die Kosten, die hier für Reinigung, Reparatur und Verbrauchsmaterial entstehen, zahlen alle.
Insgesamt rund 65.000 EUR jährlich kosten Schultoiletten die Steuerzahler in Wörth
Wer glaubt, dass mit einer sanierten Toilette automatisch hygienisches Verhalten in die Schultoiletten einzieht, irrt sich. Trotz der Sanierung ist der Zustand der Anlagen häufig nicht befriedigend, denn ein Teil der Nutzenden hinterlässt Spuren, die die meisten eklig finden. „Die neue Toiletten riechen durch Verunreinigungen (Kot und Urin am Boden) jetzt schon wieder als wären sie 30 Jahre alt“, bedauert Silke Seilstorfer, Leiterin der Grundschule Dorschberg, die Situation.
In Wörth wurden in den letzten Jahren die Schultoiletten für rund 670.000 EUR saniert. Die Kinder der Dammschule haben sich bei der Übergabe im Juni 2025 sehr gefreut: Die Anlage ist modern gestaltet und besonders hübsch sind die freundlichen Tiermotive auf den Kabinentüren. Die Situation hat sich trotz der neuen Toiletten aber nicht verbessert. Die Schulleitung sah sich jüngst gezwungen, eine deutliche Info an alle Eltern zum Thema Sauberkeit und Verhalten auf der Schultoilette über das zentrale Informationssystem herauszugeben.
Kontrollmaßnahmen statt Unterricht?
Schulleitungen, Lehrkräfte und Stadtverwaltung stellen sich regelmäßig dem Thema: Maßnahmen, die für eine Verbesserung der Situation sorgen, sich aber negativ auf den Schulbetrieb auswirken können, sind zum Beispiel, dass je zwei Kinder gemeinsam auf die Toilette gehen, oder es werden Listen geführt, wer wann die Toilette aufgesucht hat, um „Täter“ leichter eingrenzen zu können. Auch die Eltern werden informiert und eingebunden, in Klassensprecherversammlungen und Schulräten wird das Thema häufig angesprochen – „und manchmal wird es sogar als Unterrichtsthema eingeführt“, ergänzt Andreas Gensheimer, Leiter der Tullaschule in Maximiliansau.
Die städtischen Hausmeister und das Reinigungspersonal müssen die Hinterlassenschaften regelmäßig beseitigen. Und neben den Kosten für die Reinigung und Reparatur sowie die Verbrauchsmaterialien, muss dann eben auch die Zeit und der Aufwand der Lehrkräfte berücksichtigt werden. Sie verwenden Stunden darauf, den/die Verursacher zu finden, besprechen mit einzelnen und in Gruppen die Vorfälle, setzen sich mit den Eltern auseinander und verfolgen die Maßnahmen und Konsequenzen. Das alles geht zu Lasten anderer Inhalte und Themen im Schulunterricht. Und zu Lasten der Steuerzahler, auch derjenigen, die aktuell keine Kinder an der Grundschule haben.
Alle ekeln sich, aber keiner wills gewesen sein
Geändert hat sich nach Ansicht der Schulleitungen die Haltung der Kinder. Häufig heißt es, andere hätten sich ebenso verhalten, „dann kann ich das auch machen“. Es fehlt u. a. an Problembewusstsein und Wertschätzung für die Arbeit der Reinigungskräfte und an gegenseitiger Rücksichtnahme. Um hier einzuwirken, werden Kinder teilweise wieder zu einem „Müllsammeldienst“ eingeteilt, bei dem sie lernen, auf dem Schulhof und im Außenbereich auf die Sauberkeit zu achten und mit Greifzangen selbst tätig werden. Das schult die Wahrnehmung und stärkt das Verantwortungsgefühl.
Die Stadt Wörth appelliert an alle Eltern auf ihre Kinder einzuwirken und bei der „Bearbeitung“ zu helfen. Eigentlich ist es ja einfach: Wer auf die Toilette geht, schaut, dass sie sauber hinterlassen wird. Weil jeder sie auch sauber vorfinden möchte.

Bild links: Grundschule Dorschberg; Bilder Mitte und rechts: Turnhalle Dammschule
